Ehemals kurz vor dem weltweiten Durchbruch, ist dieser chinesische Smartphone-Hersteller heute Bankrott

Wenn du jetzt zum ersten Mal von dem chinesischen Smartphone-Hersteller Gionee hörst, ist es wahrscheinlich auch das letzte mal. Das liegt daran, dass Gionee, die ehemals 32 Millionen Handys pro Jahr verkauften, gerade pleite gegangen sind.

Gionee wurde im Jahr 2002 in Shenzhen, Chinas Gadget-Stadt, gegründet und war ein Hersteller von günstigen Handys, sogar bevor Xiaomi mitmischte. Gionee feierte auch einige Erfolge in Übersee und wurde in preissensitiven Märkten wie Indien, Bangladesch, Vietnam, Thailand, den Philippinen und Nigeria populär.

Der Anstieg und Rückgang von Gionee kann anhand von Daten verfolgt werden, die das Forschungsunternehmen IDC veröffentlichte.

credits: IDC

Im Jahr 2016 gab es auf dem Smartphone-Markt ein „Achterbahn-Jahr“, in dem Gionee stieg, während Apple und Samsung Umsatz verloren, was darauf hindeutet, dass es Teil einer neuen Weltordnung sein könnte, in der chinesische Gadgets Käufer auf der ganzen Welt für sich gewinnen. Gionee lieferte 2,2 Prozent der 1,5 Milliarden neuen Smartphones aus, die in diesem Jahr aufgestockt wurden, und schob mehr als 32 Millionen seiner Android-Geräte in die Nähe der weltweiten Top-5-Handymarken.

Der Rückgang von Gionee ist besonders stark zu sehen, wenn man ihn gemeinsam mit dem Anstieg von Huawei betrachtet:

credits: IDC

In China ist Gionee von 7 Prozent des Umsatzes Ende 2016 auf null gesunken.  Der Aufstieg von Huawei, Vivo, Oppo und das wiederaufleben von Xiaomi hat in den letzten Jahren kleinere Marken zu einer immer kleineren Marge in China gedrückt.

Im Jahr 2014 gab es in China etwa 500 Smartphone-Hersteller, aber zwei Jahre später waren es noch 100.

credits: Gionee

Abgesehen vom eisernen Griff der vier größten Telefongesellschaften Chinas (plus Apple) werden kleinere Marken durch den Rückgang des Smartphone-Marktes in den letzten eineinhalb Jahren erdrückt.

E-Mails an mehrere Gionee-Mitarbeiter in den letzten Tagen haben gaben als Fehlermeldung „Empfänger nicht bekannt“. Die Website der Marke ist aber immer noch online.

Die Marke, die nun offiziell liquidiert wurde, nachdem ein Gericht in Shenzhen letzte Woche ihren Insolvenzantrag angenommen hatte, ist mit Verlusten von 648 Gläubigern in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar belastet.

Der Vorsitzende von Gionee, Liu Lirong, gab Anfang des Jahres zu, dass sich seine Firma nach Marketing- und Investitionsaufwendungen mit 1,4 Milliarden US-Dollar überfordert hatte.

credits: Gionee

In einer bizarren Wendung war Liu im letzten Monat als Spielsüchtiger bloßgestellt worden und verlor 144 Millionen US-Dollar an Bargeld des Unternehmens in Casinos.

Bei der letzten Zählung hatte Gionee 3.000 Angestellte.

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